Panama City – Schwarzgeldmetropole mit viel Charme

Wenn du in Mittelamerika unterwegs bist, lernst du ziemlich schnell, Städte am besten gänzlich zu meiden. Auch unsere Erwartungen für Panama City hätten daher kaum niedriger sein können. Fast wollten wir die Stadt nicht einmal ansehen. Wie gut, dass wir uns doch anders entschieden haben.

Panama City - Schwarzgeldmetropole mit viel Charme 
Panama City liegt in der Mitte des Landes an der schmalsten Stelle zwischen Karibik- und Pazifikseite und ist somit der perfekte Ausgangspunkt, um das ganze Land zu erkunden.

Allerdings lohnt es sich durchaus auch ein paar Tage in der Stadt zu verbringen. Denn wie wir inzwischen gelernt haben, hat sie einiges zu bieten.

Bevor wir gestartet sind, war unsere Vorstellung von Panama City sehr negativ geprägt.

Nicht etwa, weil wir viel schlechtes gehört hatten, sondern einfach nur, weil wir uns nicht vorstellen konnten, dass es in Mittelamerika schöne Hauptstädte geben kann.

Umso mehr hat es Panama City geschafft uns vollkommen zu überraschen.

Denn die Stadt strotzt vor Charakter und strahlt eine sehr angenehme Atmosphäre aus.

Gleichzeitig ist es eine unheimlich kontrastreiche Stadt. Arm und reich stehen sich genauso gegenüber wie alt und neu.

Auf einer Seite hast du das Finanzzentrum mit den modernsten Wolkenkratzern, auf der anderen heruntergekommene Wohnhäuser, die drohen zusammenzubrechen.

Vielleicht verbindest du Panama City bereits mit dem Panamakanal. Einem beeindruckendem Bauwerk, das dich zum Bewundern und Staunen einlädt.

Doch es gibt noch so viel mehr zu erkunden. Denn Panama City strotzt auch vor Geschichte, bietet traumhafte Aussichten und verbreitet eine fröhliche Stimmung, die gepaart ist mit spürbarem Schaffensdrang.

 

Casco Viejo – Die Wiederauferstehung einer Altstadt

Casco Viejo ist die wunderschöne kolonialistische Altstadt von Panama City und bietet einen unübersehbaren Kontrast zu den modernen Wolkenkratzern des Finanzviertels Punta Pacifica.

Gleichzeitig macht sich in Casco Viejo aber auch die Moderne bemerkbar, denn ringsherum führt inzwischen eine Umgehungsstraße, die Cinta Costera, die komplett ins Wasser gebaut wurde.

Noch bis vor kurzem hast du dich als Tourist lieber von hier ferngehalten, denn besonders nach der Dämmerung galt die Gegend als viel zu gefährlich.

Inzwischen erwacht Casco Viejo aber zu neuem Leben, denn viele Investoren haben den Charme der Altstadt entdeckt und investieren nun in den Wiederaufbau der heruntergekommenen Häuser.
 

Verfall und Schönheit auf einen Blick - Wohnhaus in Casco Viejo

Verfall und Schönheit auf einen Blick – Wohnhaus in Casco Viejo


Am besten erkundest du das Viertel bei einem ausgiebigen Spaziergang durch die kleinen Gassen. Dabei entdeckst du immer wieder historische Gebäude und nette Restaurants.

Besonders schön ist es am Ufer, von wo du den Blick auf die Skyline genießen kannst.

Aber auch eine Promenade erstreckt sich dort, auf der Einheimische tagsüber ihre Marktstände aufbauen, um handgefertigte Erinnerungen an die vorbei schlendernden Touristen zu verkaufen.

Folgst du der Promenade, wirst du den Blick auf die andere Seite der Stadt genießen können.

Hier ist der passende Ort für einen romantischen Sonnenuntergang, denn du kannst perfekt beobachten, wie die Sonne hinter dem Kanal und den kleinen Hügeln vor der Stadt verschwindet.

Und auch den Pelikanen scheint es hier besonders gut zu gefallen. Sie haben einen Baum als ihr Nachtlager auserkoren, in dem du zur Dämmerung unendlich viele dieser majestätischen Wasservögel siehst.

Restaurants gibt es in Casco Viejo an fast jeder Ecke.

Trotzdem taten wir uns recht schwer den passenden Ort zu finden, um den Tag gebührend ausklingen zu lassen. Denn viele der Restaurants verlangen deutlich gehobene Preise und nur wenige bieten die Möglichkeit im Freien sitzen zu können.

Selbst für ein Bier musst du hier schon mindestens 3 Dollar einplanen.

Gelandet sind wir schließlich in einem kleinen Restaurant mit Außenbereich an der Avenida Central, das zwar gemäßigte Preise und eine vielseitige Karte bot, dafür allerdings auch nur mäßige Speisen auf den Tisch brachte.

 

Calzada de Amador – Eine Militärbasis wird zur Freizeitoase

Ein weiterer Ort in Panama City, der dir Moderne deutlich widerspiegelt, ist der Calzada de Amador.

Der Calzada de Amador ist eine etwa zwei Kilometer lange aufgeschüttete Straße am südlichen Eingang des Panamakanals, die komplett von Wasser umgeben ist und zu den vorgelagerten Inseln Isla Noas, Isla Perico, Isla Flamenco sowie der Punta Culebra führt.

Früher befand sich auf den Inseln eine Militärbasis, die durch die Straße mit dem Festland verbunden war und so versorgt werden konnte.

Bis heute wurde aber auch hier viel investiert, sodass es inzwischen ein hübscher Ort ist, an dem du der Stadt entfliehen kannst, dennoch eine wunderbare Aussicht auf ihre Wolkenkratzer genießt und gleichzeitig auch die Weite des Meeres aufsaugen kannst.
 

Traumhafte Aussicht vom Calzada de Amador

Traumhafte Aussicht auf die Stadt und das Meer vom Calzada de Amador


Es gibt einen beeindruckenden Yachthafen, der zum Bewundern der teuren Boote einlädt und zahlreiche Restaurants im amerikanischen Stil.

Vor allem ist die Calzada de Amador aber perfekt zum Joggen, Inline-Skaten oder Spazieren.

Du kannst es aber auch machen wie wir und einfach nur die schöne Aussicht genießen und das muntere Treiben vor den Schleusen des Panama Kanals beobachten.

Denn dort stehen die vielen Boote Schlange, die warten durch den Kanal geschleust zu werden.

Alles in allem ist die Calzada de Amador eine angenehme kleine Oase im Herzen der Stadt, die dich einlädt abzuschalten und einfach zu genießen.

 

Der Panamakanal – Atemberaubend, einzigartig und absolut beeindruckend

Natürlich konnten wir uns auch nicht das große Highlight der Stadt entgehen lassen – den Panama Kanal.

Das war allerdings gar nicht so leicht, denn das Besucherzentrum des Kanals mit dem Auto zu finden, ist eine Herausforderung für sich.

Schon im Zentrum gehen die Straßen kreuz und quer, von oben nach unten und du musst lernen rechts abzubiegen, obwohl du doch eigentlich links fahren möchtest.

Und dabei ist es nicht etwa so, als wäre zumindest alles gut beschildert.

Das ist sogar weit gefehlt, denn trotzdem der Panamakanal die wohl größte Touristenattraktion der Stadt ist, haben wir das erste Schild erst kurz vor dem Eingang entdeckt.

Da musst du dich also zunächst einmal durchkämpfen.

Hast du das geschafft, wartet aber eine große Belohnung, denn der Besuch bei den Miraflores Locks des Panamakanals verspricht ein beeindruckendes Schauspiel und lohnt sich allemal.

Für uns hieß es jedoch erst einmal Abwarten, denn auch am frühen Nachmittag waren die Schleusen noch immer nicht geöffnet.

Dies variiert von Tag zu Tag und kann am besten vorher im Hotel oder direkt beim Besucherzentrum erfragt werden. Dort kann man dir auch sagen, welche interessanten Schiffe durch den Kanal geschleust werden.
 

Höhenunterschied in den Miraflores Locks des Panamakanals

Der Unterschied im Wasserspiegel beträgt 8 Meter pro Schleuse


Wir hatten so auf jeden Fall noch genug Zeit, um ausgiebig das Museum zu bestaunen.

Und das haben wir sogar so sehr ausgenutzt, dass wir den Museumsbesuch vorzeitig abbrechen mussten, um einen genauso interessanten Film über den Bau und die Entwicklung des Kanals zu sehen.

Nach und nach wurde es aber doch unruhig und die Leute begannen sich auf den Aussichtsplattformen zu sammeln. Zeit also die Männer von den technischen Wundern der Vergangenheit loszueisen und das Spektakel in der Gegenwart zu erleben.

Unser Vorhaben, noch schnell etwas zu essen bis der erste Schwung verschwindet, wurde leider völlig durchkreuzt. Denn die Snackbars sind geschlossen und selbst die wenigen Automaten wurden bereits geplündert.

So konzentrieren wir uns also auf das Wichtigste hier und gesellen uns bestens gewappnet mit unseren neuen Ferngläsern zur wartenden Menge.

Schon jetzt ist es ein einzigartiges Erlebnis, denn von dort oben hat man einen hervorragenden Ausblick auf die vielen riesigen Boote, die sich am Horizont aufreihen und warten bis sie durchgeschleust werden können.

Denn dies ist abhängig vom Wasserstand im Lago Gatun, dem Stausee vor den Miraflores Locks, da bei jeder Schleusenöffnung Süßwasser verloren geht. Vor allem in der Trockenzeit kann das zum Problem werden.

Bald kommt auch ganz langsam das erste Boot in die Schleuse. Es ist ein kleines Segelboot, das einfach winzig wirkt vor dem riesigen Containerschiff, dass dahinter mühsam in das selbe Becken geführt wird.

Doch das war noch gar nichts gegen den Giganten, der nun folgt.

Mit Hilfe von Seilen und 8 Zahnradloks, den „Mulis“, wird der Tanker mit seinen unzähligen Containern in feinster Sorgfalt eingefädelt. Kaum eine Stecknadel hätte da an den Seiten noch Platz.
 

Containerschiff in den Miraflores Locks

In feinster Detailarbeit wird der Riese sorgfältig in die Schleuse gebracht


Bei diesem Schauspiel dabei sein zu dürfen und das einzigartige Meisterwerk des Panamakanals mitzuerleben, ist absolut einmalig.

Fast hast du das Gefühl, als könntest du die Schiffe berühren, so nah bist du dran. Und dabei fühlt es sich so an, als würdest du nicht nur von außen zuschauen, sondern wärst selbst mit auf dem riesigen Schiff.

Obwohl es den beiden Männern schwer fällt, sich von den beeindruckenden Schleusen zu trennen, lassen sie sich nach vier Stunden schweren Herzens überzeugen nun doch etwas essen zu gehen.

Das Wunder der Technik und die beeindruckenden Ingenieurskünste an den Miraflores Locks des Panamakanals zu bewundern, ist ein einzigartiges Erlebnis und wird lange in Erinnerung bleiben.

Ein absolutes Highlight unseres Panama-Besuchs und ein Muss für jeden, den es in die Gegen führt.

 

Der Verkehr – Die verrückte Seite von Panama City

Trotz so vieler schöner Erlebnisse zeigt eine Sache doch ganz deutlich, dass Panama City keine ganz untypische Hauptstadt Mittelamerikas ist.

Und das ist der Verkehr, denn auf den Straßen geht es drunter und drüber.

Wenn du dich also entscheidest Panama City selbst mit dem Auto zu erkunden, so ist ein wenig Vorsicht geboten.

Denn nicht nur die Menschen in Panama haben einen sehr aufdringlichen Fahrstil, auch geöffnete Gullideckel auf den Hauptstraßen sind durchaus keine Seltenheit.

Aber auch die Straßenführung selbst kann zur Herausforderung werden und ist nicht immer ganz einfach zu durchschauen.

Vor allem an Kreuzungen ist da erhöhte Aufmerksamkeit gefordert.

Es gibt in Panama City zwei wichtige Straßen, die beide als schnelle Umgehung für die Innenstadt dienen.

Während dich beide viel schneller durch die Stadt führen, musst du auch wieder ein wenig aufpassen.

Denn der Corredur Sur auf Meeresseite bietet zwar eine tolle Aussicht, aber fordert auch eine Gebühr. Und die leistest du nicht etwa in bar oder mit Kreditkarte, sondern lediglich mit einer Art Prepaidkarte, die du bereits im Vorfeld besitzen musst.

Wir erfuhren das auf die harte Tour, als wir plötzlich vor der Schranke standen und mitten auf dem Highway umdrehen mussten, da es ohne Karte keine Chance zum Durchkommen gab.

Gut, dass es da inzwischen auch ein U-Bahn System gibt und du die Stadt mit Bussen bequem erobern kannst.

 

Unser Hotel – Kleine Oase im Herzen der Stadt

Selbst das Hotel, das wir uns für unsere Tage in Panama City ausgesucht hatten, war absolut empfehlenswert.

Die Baru Lodge liegt auf halbem Weg zwischen Flughafen und Innenstadt in einer kleinen gehobeneren Wohngegend und bietet alles was du dir wünschen kannst. Schöne Zimmer, zuvorkommender Service und ein hervorragendes Frühstück im kleinen, ruhigen Garten.

Für uns die perfekte Erweiterung eines ohnehin überraschend schönen Aufenthalts in Panama City.

>> Schau dir hier die Baru Lodge genauer an

 
 

Hast du noch Fragen zu Panama City? Dann stelle sie in den Kommentaren!

Oder lies hier mehr über Panama.

 

 

Interessante und hilfreiche Links

Teile meinen Artikel mit deinen Freunden!
Sichere dir jetzt dein Ratgeber-Exemplar für drei ganz besondere Städtereisen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.